Ausbildung zum Ruachla – Teil 2

Nachdem in der Kletterhalle fleißig geübt und trainiert wurde (siehe Teil 1), geht es endlich hinaus ins Freie, in den Dürnsteiner Klettergarten. Dort gibt es eine große Anzahl an Routen mit unterschiedlicher Beschaffenheit (Platten, Kamine, Überhänge…) und Schwierigkeitsgraden.


Auf dem Weg zum Klettergarten

Das Wetter könnte diesmal nicht schöner sein. Die Marillenblüte in der Wachau zieht viele Touristen an. Auch der Klettergarten erlebt einen seiner vielbesuchten Tage. Gerade die Klassiker wie Spiegel, Däumling und Narrenturm sind bereits belegt. Wir entscheiden uns daher ganz nach oben zu gehen.

Heinz hat hier speziell für seine Kletterschüler leichte Routen eingebohrt, wo diese alles bisher gelernte in der Praxis anwenden können. Eine dieser Routen ist der „Schulweg“ beim Turm der Mächtigen, eine 3 Seillängen Plattenkletterei mit luftigem Quergang. Hier kommt bereits ein Hauch von Alpinfeeling auf. Während Anita und ich, sowie Birgit und Angelika dort hingehen, bezieht der Rest der Gruppe Stand beim Gotifels.


Birgit im Schulweg 3.SL

Am linken Wandteil vom Goti führen die Routen „Tandaradei“ und „Piazplatte“ hoch. Perfekt abgesichert bieten beide Linien optimale Bedingungen für die ersten Schritte am echten Fels.

Trotzdem wird es nun ernst, denn selbst in diesem leichten Gelände könnten Fehler fatal enden. Jetzt heißt es alles nochmals genau durchüberlegen:

Passt der Knoten?
Ist der Klettergurt zu?
Womit sichert mich mein Partner und ist das Seil auch richtig vorbereitet?
Was muss ich alles mitnehmen und weiß ich dann oben, was ich zu tun habe?

Etwas Hektik und auch Unsicherheit lässt so manche etwas zögern, bevor sie sich in die Wand begeben. Heinz kontrolliert zusätzlich, gibt Ratschläge und motiviert die Kletterer.

Nach den ersten Versuchen auf den leichten Platten treffen wir uns alle ganz oben bei der Dreifingerspitze. Dort richtet Heinz bei einer Wandkletterei ein Toperope ein. Angelika und ich machen uns auf zu den unterhalb liegenden Felsen (Teufelsturm, Narrenturm) und steigen dort  zwei Routen vor, um auch jeweils ein Toperopeseil einzuhängen. So ist es für jeden möglich diese Routen auszuprobieren ohne im Vorstieg einen Sturz riskieren zu müssen.

 
Susan auf dem Weg zur Dreifigerspitze


Andrea auf halbem Weg zum Teufelsturm


Anita klettert die Narrenturmkante

Als besonderes Zuckerl baut Heinz am Gipfel des Narrenturms Stand und sichert jeden, der es wagt, von oben über den Narrenturmkamin wieder ab. Auch wenn diese Kletterei von der Schwierigkeit nicht besonders fordernd ist, kostet es Überwindung, in diesen furchterregenden Schlund abzusteigen.


Birgit im Narrenturmkamin

Nachdem alle sich hier ausgetobt haben, machen wir uns gemeinsam auf den Rückweg. Wir steigen nochmals bis zum Gotifels hoch und wählen den rechten Weg, welcher uns über den Dürnsteiner Ostgrad (leichte Kletterei) zurückführt. Von hier haben wir einen tollen Ausblick auf die Ruine und die sie umgebende Felsenkulisse. Die Abendsonne läßt diese in einem für die Wachau typisch goldenen Licht erstrahlen.

Beim Spiegel machen wir dann nochmals halt für eine letzte Route vor der Dämmerung.

 
Glatte Platte - Spiegel

Müde, aber mit vielen tollen Eindrücken wandern wir zurück zum Auto.

 
Andrea, Anita, Claudia und Susan

Für viele ist dieser Kletternachmittag das erste Mal und daher auch sehr ungewohnt. Die neuen Perspektiven, insbesonders von den ausgesetzten Positionen lassen einen überrascht staunen. Das Begreifen der Felsen (physisch, wie auch im Kopf) ist ein spannender Prozess und verdient abseits aller sportlichen Leistungsnoten einen wichtigen Stellenwert im Leben eines Kletterers. Alleine dafür, DAS zu sehen und zu verstehen, ist dieser gemeinsame Nachmittag eine wertvolle Bereicherung für alle Teilnehmer des Kletterkurses.

Angelika und ich freuen uns, an diesem Nachmittag die Gruppe begleiten zu dürfen und wünschen allen in Zukunft ein genussvolles und vor allem sicheres Ausüben des Klettersportes.

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3 Gedanken zu „Ausbildung zum Ruachla – Teil 2

  1. … also ich mus auch sagen, dass dieser sonntag nachmittag super lustig war und eine tolle erfahrung mit solch erfahrenen leuten draussen in der natur sein zu dürfen… bin da teilweise schon an meine grenzen gestoßen… besondern beim erklimmen des „kamins“ 🙂
    danke euch allen!

  2. Das war wirklich ein toller Tag! Nachdem ich in Heinz‘ Kurs viele nette Leute kennenlernen durfte, war es natürlich ein besonderes Erlebnis, mit ihnen und dem „Großmeister“ höchstpersönlich – und natürlich euch, Angelika und Markus – den Klettergarten erkunden und das in der Halle Geübte draußen am echten Fels ausprobieren zu können. Am Teufelsturm hatte ich als Anfängerin teilweise ziemlich zu kämpfen, doch wenn ich jetzt die Bilder ansehe, bin ich sehr froh, es gewagt zu haben! Ich hoffe und glaube, dass wir Kursteilnehmer über den tollen Smaragdlerclub in Kontakt bleiben und noch oft gemeinsam klettern gehen werden 🙂
    Danke für den Bericht und die schönen Fotos!

    • Wir (Angelika und ich) haben den Tag selber sehr genossen… und ich bin auch zu meiner Narrtenturmüberschreitung gekommen, die Dir ja übrigends noch bevorsteht 😉
      und wenn unsere neuen Camalots da sind können wir mal dem Ruachlafels einen Besuch abstatten. Dann hätten wir ja noch den Däumling und den Radierer und den Schwarzen Turm und den… ja genau den Smaragdlerweg – also Abenteuer genug im Dürnsteiner Klettergarten 🙂

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