Elbsandstein Teil 3

Sonntag – 29. April 2012

Schmilka ist der letzte Ort vor der tschechischen Grenze und liegt direkt an der Elbe. Von hier kann man die bekannten Klettergebiete wie den „Teufelsturm“, die „Schrammsteine“, die“Affensteine“ oder die „Heringsgründe“ erwandern. Letzteres ist heute unser Ziel und so starten wir bei der bekannten Schmilkamühle (einem der ältesten Gebäude von Schmilka) los.

Ein breiter Wanderweg führt uns in einen Talkessel welcher auch von vielen Wanderern benützt wird. Heute wird es ziemlich schnell heiß und mit dem schweren Klettergepäck kommt man schnell ins Schwitzen. Der Weg wird schmäler und bringt uns über viele Holzstufen hinauf in den Talgrund. Manchmal watet man dabei richtiggehend durch einen Sandboden, als wäre man an einem Meeresstrand. Bald schon ragen vor uns beiderseits riesige Felsformationen in die Höhe.

Unterer Terrassenweg

Der Heringsgrund hat einen oberen- und einen unteren Terrassenweg, beide sind durch die „Heilige Stiege“ verbunden. Nach einer kurzen Rast wandern wir den unteren Terrassenweg bis zur Heringsgrundnadel, ein von den impossanten Wänden vorgelagerter Felsturm. Hier schlagen wir unser erstes Kletterlager heute auf.

Die Wände wirken heute noch beeindruckender auf uns als es gestern im Bielatal schon der Fall war. Die Kletterein sind nochmals schwerer und auch länger. Es wäre nicht das erste Mal hier, dass man aufgrund mangelnden Selbstvertrauens unverrichteter Dinge wieder von dannen gezogen ist.

Horizontaler Durchschlupf

Ein Teil der Gruppe entscheidet sich für die Heringsgrundnadel, die anderen erkunden inzwischen die Umgebung.

Peter auf der Heringsgrundnadel

Die Wände ragen hier 100m und noch höher auf. Viele Dächer schaffen einen trockenen Platz wo man auch gut „Boofen“ könnte.

 Überhänge bieten sich auch zum Bouldern an

Dieses „Boofen“ – [ pofen] = tief und fest schlafen
ist ein sächsischer Ausdruck für „im Freien übernachten“ und wurde von den Kletterern auch immer wieder praktiziert.
Im Nationalpark ist dies jetzt nicht mehr überall möglich, vor allem das Feuer machen ist aus gutem Grund verboten. Da der Sandstein sehr schnell die Feuchtigkeit aufsaugt, ist die Vegetation hier meist sehr trocken und die Gefahr eines Waldbrandes fast immer gegeben.

Felsentürme und Heilige Stiege

Zurück zur Heringsgrundnadel, wo sich für den Rest der Gruppe unerwartet ein paar Schrecksekunden abgespielt haben. Beim Abseilen ging plötzlich ein Karabiner auf, wodurch es beinahe zum Absturz kam. Glücklicherweise ist alles noch einmal glimpflich ausgegangen.

Nach diesem Erlebnis, aber auch wegen der zunehmende Mittagshitze ist bald klar, dass ein Einstieg in eine längere Tour heute keinen Sinn mehr hat. Da aber noch genügend Zeit ist, um die Gegend zu erkunden, beschließen wir ein paar kleinere Türme auf dem Rückweg aufzusuchen. Entlang eines kleinen Pfades am Wandfuß wandern wir wieder nach Schmilka und kommen an einem großen Kamin vorbei, der von der Heringsnadel aus schon gut sichtbar war. Franz und Heinz versuchen sich an diesem Kamin in einer Zweierseilschaft.

Ein Blick von unten… und auch von oben

Wir wandern inzwischen weiter, verlieren jedoch den richtigen Weg und kommen schließlich wieder ganz unten am Wanderweg heraus. Nach einer kleinen Stärkung geht es daher wieder hinauf zu unseren gesuchten Felsen, welchen so Namen wie „Böser Turm“ und „Schiefer Tot“ haben – aber nach den letzten Erlebnissen kann uns heute auch nichts mehr erschrecken. Zudem sehen die Routen lohnend aus und bald schon steigen die ersten aus unserer Gruppe ein.

Links Peter, rechts Angelika sichert Markus

Auf halber Höhe erreicht man ein Plateau und hier hat sich eine Gruppe junger Kletterer versammelt und jene, die nicht klettern, piknicken mit ihren Kindern auf dem Sandboden.

Die Routen sind hier nicht sehr schwer und man merkt, dass sie oft geklettert werden. Im Sandstein haben sich schon richtige Tritte gebildet und auch die Abseilstelle wurde bereits versetzt, da sich dort, wo sie bisher war, durch die Seile schon Rillen gebildet haben.

Während wir hier klettern treffen auch Heinz und Franz wieder zu uns und klettern in der Abendsonne noch auf einen der Türme.

 Bild zum Vergrößern anklicken

Wieder haben wir sehr viel erlebt, das beeindruckende Sandsteingebirge gesehen, unsere Füße sind heute vom wandern müde und nicht vom klettern. Umsomehr schmeckt jetzt das Abendessen (sowie das Bier), das wir in einer Fischerstube in Bad Schandau zu uns nehmen.

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