Elbsandstein Teil 4

Montag – 30. April 2012

Frühstück mit Knotenkunde.

Die „Affenfaust“ ist ein großer Klemmknoten, den wir hier inzwischen schon öfters bei anderen Kletterern gesehen haben. Andi und Hans haben eine Beschreibung und bastlen sich aus einer Seilschlinge ihre eigene Affenfaust. Gerade bei größeren Rissen ist dieser Knoten eine sehr gute und stabile Sicherung. Während wir also unseren morgendlichen Kaffee genießen, entsteht eine Affenfaust nach der anderen.

Nachdem auch heute das Wetter wieder sehr heiß wird, beschließen wir noch einmal ins Bielatal zu fahren um dort die weiter hinten liegenden Felstürme zu erkunden. Beim Durchlesen des Kletterführers finden wir eine Route mit einem 2,5 m ausladenden Überhang welcher nur im 4. Grad sein soll. Das klingt auf jeden Fall interessant!


Links – Peter, Heinz und Franz am Parkplatz, rechts – Hans auf dem „Herkulesstein“

Ein Teil der Gruppe geht, solange es noch kühler ist, zu den Herkulessäulen.
Wir wandern weiter hinein ins Tal, nach etwa 15 min zweigt ein Weg in den Wald ab und bald schon stehen wir beim „Stumpfen Kegel“ unserem ausgesuchten Ziel.

Das Dach vom Stumpfen Kegel schaut großartig aus und fast unglaublich, dass die Schwierigkeit von 4 stimmen soll.

Da sich vor uns bereits ein Pärchen zum Klettern bereit gemacht hat, erkunden wir die Nachbartürme. Hier ist alles etwas mehr im Wald und daher kühler. Nur die Gipfel ragen hinaus in die Sonne, doch welcher Weg soll es jetzt werden?

Während wir noch überlegen, sehen wir das Pärchen wieder davon gehen, das ist unsere Chance! Also noch einmal schnell hin, bevor eine Gruppe, die in der Nähe ihr Lager aufgeschlagen hat, den Turm in Beschlag nimmt. Kurz die besagte Route von unten studiert und los gehts.

„Rauhweg“ IV – Stumpfer Kegel

Heute merken wir schnell, dass wir den Sandstein schon besser kennen als an unserem ersten Tag hier. Bald schon stehen wir nach einer atemberaubenden Kletterei auf dem Gipfel. Es ist sehr lustig, wenn man dann von oben in Rufweite andere von unserer Gruppe sieht, sich zuwinkt oder Fotos macht.

Unten geben wir uns gegenseitig Tipps, wie der Anstieg so ist und wo man eventuell Sicherungen anbringen kann.

So ähnlich wird hier wohl auch das Klettern im Elbsandstein praktiziert. Ein Kenner des Gebietes nimmt einen unerfahrenen Kletterer mit und steigt die Tour vor oder sagt ihm wie der Weg am besten zu klettern ist. Dieses Wissen wird meist persönlich weitergegeben. Inzwischen gibt es auch ein Internetportal, wo man sich auch über viele Touren seine Informationen holen kann.

Auch wir treffen heute unterwegs ein paar Gebietskundige und erhalten von ihnen wertvolle Infos über eine schöne Tour namens „Strubichweg“, die wir ansonsten nicht von selbst gesehen hätten.

Monika und Peter im „Strubichweg“

Wenn man so einen Turm nach dem anderen erklimmt vergeht die Zeit wie im Flug und bald schon ist es später Nachmittag.

Peter klettert abschließend am Stumpfen Kegel die „Südostwand- VIIb“,  eine auf 25m ständig leicht überhängende Wand. Oben angekommen richtet er einen Stand ein und sichert den Nachsteiger, welcher wiederum ein Seil nach oben mitnimmt. Dann wird gewechselt und der nächste von uns kann nachsteigen.

 Andi und Heinz in der „Südostwand“

Diese Tour ist zum einen sehr spektakulär aber auch wunderschön zu klettern. Ganz oben wird es etwas kniffelig aber mit der richtigen Griffkombination geht alles auf.

Hans in seinem Element

Eine wunderbare Abschiedstour für uns und ein herzliches Dankeschön an Peter uns diesen schon etwas riskanten Anstieg gut gesichert zu ermöglichen. Peter im O-Ton: „Nichts zu danken – diese Route habe ich mir gegönnt!“

Müde aber voller  Eindrücke packen wir zum letzten Mal unsere Klettersachen zusammen und fahren nach Bad Schandau, wo wir ein letztes Mal gemeinsam zu Abend essen.
Etwas Sentimentalität macht sich breit. Natürlich wäre es schön noch ein paar Tage dranzuhängen. Wir haben Lust auf Sandstein bekommen und ich denke, es war nicht das letzte Mal hier für uns.

Zum Vergrößern Bild anklicken

Auch die Gruppe hat gut zusammmengepasst, und wir haben viele schöne gemeinsame Erlebnisse miteinander geteilt. Peter hat sich sehr bemüht um uns, wir konnten viel von seiner Erfahrung hier im Elbsandstein profitieren.

Mit neuen Augen werden wir auch die Felsen in der Wachau wieder sehen, vieles Schöne neu entdecken, manches anders… und wir werden merken, dass wir nicht mehr die sind, welche vor wenigen Tagen aufgebrochen sind, um Unbekanntes kennenzulernen.

Dienstag – 1. Mai 2012

Das Wetter ist jetzt viel zu heiß zum Klettern. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Heimweg. Am Vormittag besuchen wir noch die bekannte Bastei bei Rathen.


Ausflug zur Bastei

Nach einem guten Mittagessen machen wir uns dann auf die Heimreise.

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2 Gedanken zu „Elbsandstein Teil 4

  1. Hervorragender Bericht. Vielen Dank für die viele Mühe für dessen Erstellung! Schade, dass mir
    das kleine Missgeschick an der Heringsgrundnadel passierte, wäre sicherlich noch etwas mehr gegangen – aber das Elbsandstein ist wohl nun nicht nur meiner Meinung nach immer eine Reise wert, nehme an dass die Felsen noch länger dort stehen werden… Freut mich jedenfalls, dass es euch allen sehr gut gefallen hat!

  2. … eine absolut beeindruckende und überaus lehrreiche Kletterreise! Ich hab mich sehr wohl gefühlt in unserer kleinen Gruppe und freue mich jetzt schon auf viele weitere gemeinsame Klettererlebnisse! Ein herzliches DANKESCHÖN an alle, die mit dabei waren!

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