Im Banne der Wolkentürme

Die labile Wetterlage hält sich nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Für alpine Unternehmungen in den uns einigermaßen näher gelegenen Bergen erschien uns das Risiko, von einem Gewitter eingeholt zu werden, die letzten Wochenenden zu groß.


Gewitterkarte von Do, 2.8.2012 19 Uhr

„Was tun?“, überlegen wir also wiedermal beim alldonnerstaglichen Stammtisch.

Manchmal reicht die Klettermotivation, dass wir uns trotz schwüler Hitze an unsere heimatlichen Felsen verirren. Der Atheltenstein z.B. bietet sich an. Ist man den unzähligen Bremsenschwärmen tapfer entkommen so findet man hier zu jeder Zeit irgendwo ein schattiges Platzerl. Doch es ist heiß. Wir schwitzen. Selbst der Fels scheint zu schwitzen. Und trotzdem, die Griffe halten! Verblüffend eigentlich, egal wie hoch die Luftfeuchtigkeit, egal wie heiß, solange dieser extrem rauhe und bissige Fels nicht naß ist, lässt er selbst bei suboptimalen Bedingungen durchaus den einen oder anderen schweren Zug gelingen.
 

Die Wochenenden jedoch versprechen wettermäßig gar nichts Gutes. Wir streichen kurzerhand unsere Kletterpläne und entscheiden uns – wiedereinmal – unsere Bikes zu satteln. Und wiedereinmal ist das Waldviertel unser Ziel. Gemeinsam mit Heinz, Andrea, Andi, Max und Markus mache ich mich auf den Weg nach Münichreith, um von dort die Umrundung des Ostrong zu starten. Frische 11°C zeigt die Temperaturanzeige, und die dunklen Regenwolken machen ihre Drohung war. Auf den ersten Kilometern werden wir ordentlich nass.

 

Doch wir haben Glück und nach kurzer Zeit kommt die Sonne hervor. Gegen Ende unserer Tour geraten wir sogar noch ordentlich ins Schwitzen, nicht nur aufgrund der inzwischen wärmenden Sonnestrahlen, der finale Anstieg auf den Ostrong ist es, der unseren oder zumindest meinen Puls in die Höhe treibt. Auch technisch bietet er so einiges und zwingt uns im Endeffekt doch alle aus dem Sattel – den einen früher, den anderen später. Nach 37km und 750hm mit Sonne, Wolken, Regen und vielen schönen Eindrücken haben wir uns eine Stärkung verdient, so setzen wir uns zu Hause trotz der frischen 12°C rund ums Lagerfeuer und grillen.

 

Eine Woche später, der Wetterbericht scheint sich zu wiederholen, Unwetterwarnung für Samstag abend. So finden wir uns also relativ früh im schönen Waldviertel wieder, diesmal beim Edlesbergersee. Unsere heutige Runde führt auf 36km über 550hm auf geschmeidigen Schotter- und Waldwegen durch die landschaftlich überaus reizvolle Gegend um Gutenbrunn und Bärnkopf.

 
Nur das Lagerfeuer hinterher fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, und so wird die geplante Grillerei kurzerhand nach drinnen verlegt. Wir lassen es uns schmecken, lassen die gemeinsam erlebten Abenteuer reveupassieren und schmieden neu Pläne, während draußen das Unwetter die Welt untergehen zu lassen scheint.

Für heute haben wir uns Urlaub genommen, eine 11 Seillängen-Route auf den Hochschwab gemeinsam mit Franz und Heinz stand am Plan. Obige Gewitterkarte zeigt, dass es eine weise Entscheidung war, diese abzusagen.

Als Alternative packten wir unsere Kajaks für eine Morgenpaddelei am Ottensteiner Stausee. Schön wars, auch wenn unsere Sehnsucht nach den Bergen langsam groß wird.

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