Elbsandstein Teil 4

Montag – 30. April 2012

Frühstück mit Knotenkunde.

Die „Affenfaust“ ist ein großer Klemmknoten, den wir hier inzwischen schon öfters bei anderen Kletterern gesehen haben. Andi und Hans haben eine Beschreibung und bastlen sich aus einer Seilschlinge ihre eigene Affenfaust. Gerade bei größeren Rissen ist dieser Knoten eine sehr gute und stabile Sicherung. Während wir also unseren morgendlichen Kaffee genießen, entsteht eine Affenfaust nach der anderen. Weiterlesen

Elbsandstein Teil 3

Sonntag – 29. April 2012

Schmilka ist der letzte Ort vor der tschechischen Grenze und liegt direkt an der Elbe. Von hier kann man die bekannten Klettergebiete wie den „Teufelsturm“, die „Schrammsteine“, die“Affensteine“ oder die „Heringsgründe“ erwandern. Letzteres ist heute unser Ziel und so starten wir bei der bekannten Schmilkamühle (einem der ältesten Gebäude von Schmilka) los.

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Elbsandstein Teil 2

Samstag – 28. April 2012

Lautes Vogelgezwitscher sind die ersten Morgengrüße an diesem strahlend blauen und sonnigen Frühlingstag. Die Apfelbäume zeigen sich  gerade in voller Blütenpracht, vom Garten nebenan hört man ein Pferd wiehern – Landidylle pur.

Wir suchen in der Küche nach Tellern und Töpfen und decken auf der Terrasse ein üppiges Frühstück auf. Andi hat sogar Kaffee dabei. Ein perfekter Start in unseren ersten Klettertag.

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Elbsandstein Teil 1

Prolog

Vor fast 100 Millionen Jahren begann die Entstehung des Elbsandsteingebirges. Anders als bei uns in den Alpen, wo sich der Boden durch das zusammenschieben der Erdkruste anhob und so die Berge auffaltete, war die „Sächsische Strasse“ eine Meeresenge, die das Böhmische Becken mit der Tethys, einem riesigen Ur-Ozean verband. Durch den Strom wurden Sedimetschichten transportiert, welche sich dort ablagerten. Vor etwa 65 Millionen Jahren zog sich das Meer zurück, durch Plattentektonische Aktivitäten brach die große Sandsteinmasse in viele kleine Teile. Im Laufe vieler Jahrtausende suchte sich die jetztige Elbe ihren Weg zum nun weiter entfernten Meer und grub sich immer tiefer in ihr Elbtal ein. Verwitterung und Errosion formten die jetztigen Sandsteintürme und gaben ihnen ihr jetztiges Aussehen.

Heute ist das Elbsandsteingebirge ein landschaftlich einzigarties Gebiet. Es erstreckt sich über 700 km² und umfasst mehr als 1000 Felstürme. Der deutsche Teil wird „Sächsische Schweiz“ genannt, der tschechische Teil heißt „Böhmische Schweiz“. Seit 1990 (Deutschland) sowie seit 2000 (Tschechien) werden Teile des Elbsandsteingebirges als Nationalpark deklariert. Die Fauna und Flora sind aufgrund der vielfältigen Bedingungen sehr Artenreich. Interessant erscheint hierbei, dass die Klimazonen dort aufgrund des Sandsteines, der die Wärme speichert, in umgekehrter Richtung aufgebaut sind.

Für uns Kletterer ist natürlich der Fels aus Sandstein mit seinen vielen Formen und unterschiedlichen Zusammensetzungen von besonderem Interesse und das Besteigen der Türme hat gerade hier eine langjährige und bedeutende Tradition. Man spricht sogar von der „Wiege des Sportkletterns“ und nennt das Gebiet in einem Atemzug mit zBsp. dem Yosemite Nationalpark in den USA. Weiterlesen

Verklemmte Angelegenheit

In der Wachau stolpert man des öfteren über Kletterrouten, welche nur teilweise oder möglicherweise überhaupt nicht eingebohrt sind. Solche Routen sind selbst abzusichern.

Selbst Absichern… ?

Die meisten sind den Sicherheitsstandard einer Kletterhalle gewohnt und viele davon stellen sich daher die Frage, warum gerade in einer leichteren Tour (zBsp. Riss oder Kamin) auf Bohrhaken verzichtet wurde. In der heutigen Zeit der Akkubohrmaschinen ist es ja nicht mehr notwendig Haken sparsam zu setzen, das würde doch die Sicherheit beim Sportklettern erhöhen und dem heutigen Stand entsprechen?!

Das Klettern mit mobilen Sicherungen ist jedoch weder veraltet, noch wird man bei gut gelegten Haltepunkten schlechter gesichert sein, als in einer mit Haken eingerichteten Route. Clean-Climbing ist eine in letzter Zeit wieder modern gewordene Spielart des Klettersports und nicht nur für nervenstarke Kletterprofis gedacht. Weiterlesen